Kratzerturnier
Jede Niederlage ist ein Kratzer, mit dem Limit ist man raus, gespielt wird, bis einer übrig bleibt. Ein Modus, in dem jeder mehrere Spiele bekommt, ohne Gruppen und ohne Baum.
Das Prinzip
Gespielt werden normale Einzelspiele in Runden. Wer ein Spiel verliert, bekommt einen Kratzer. Erreicht jemand das Kratzer-Limit, scheidet er aus. Das Turnier endet, wenn nur noch einer übrig ist, das ist der Sieger.
Der Reiz: Ein einzelner schlechter Abend entscheidet nicht gleich. Beim Limit 2 darf jeder einmal verlieren und bleibt dabei. Das Kratzerturnier ähnelt damit dem Doppel-KO, braucht aber keinen Baum: Wer gegen wen spielt, ergibt sich Runde für Runde aus dem Stand.
Wer spielt gegen wen?
- Gepaart wird nach Kratzerstand: wer noch keinen Kratzer hat, spielt gegen einen ohne Kratzer, wer einen hat, gegen einen mit einem Kratzer, und so weiter.
- Dieselbe Paarung gibt es nur dann ein zweites Mal, wenn es nicht anders geht.
- Bei einer ungeraden Zahl Aktiver bekommt einer ein Freilos. Er setzt aus und bekommt dafür keinen Kratzer.
- Die nächste Runde wird erst ausgelost, wenn alle Spiele der laufenden Runde gewertet sind. Sie liegt dann sofort fest.
- Wer aufgibt oder das Turnier verlässt, scheidet aus. Spiele mit ihm werden kampflos gewertet, und niemand bekommt dafür einen Kratzer.
Limit und Spielmodus
| Einstellung | Vorgabe | Möglich |
|---|---|---|
| Kratzer-Limit | 2 | 1 bis 5 |
| Spiel | Best of 3 (2 Legs gewinnen) | frei wählbar, ohne Unentschieden |
| Spiel, wenn nur noch zwei übrig sind | wie die übrigen Spiele | eigenes, längeres Format |
Das Limit bestimmt die Länge. Bei Limit 1 ist es ein einfaches KO ohne Baum. Mit höherem Limit wird der Abend länger, und das Ergebnis hängt weniger vom Zufall ab. In Vereinen sind zwei Kratzer üblich, in der Szene sind auch andere Limits und andere Namen für den Modus gebräuchlich.
Unentschieden gibt es nicht, ein Spiel braucht immer einen Verlierer. Das Finale mit den letzten zwei Spielern darf länger sein als die Runden davor.
Im Doppel mit festen Paaren
Das Kratzerturnier lässt sich auch im Doppel spielen. Dann zählen Teams wie einzelne Spieler: Ein Team bekommt gemeinsam die Kratzer, und Teams werden nach Kratzerstand gepaart.
Feste Paare oder Los
- Feste Paare: die Teams stehen schon bei der Anmeldung fest. Wer sich ohne Partner anmeldet, wird von der Turnierleitung zugeteilt oder bei der Auslosung mit anderen Einzelspielern gelost, je nach Einstellung.
- Blind Draw: alle melden sich einzeln an, die Paare werden ausgelost.
Die Zahl der Teams, nicht der Spieler, bestimmt Runden und Dauer.
Ablauf am Abend
- Check-in: Wer eingecheckt ist, wird in Runde 1 gepaart.
- Runde 1 spielen, Ergebnisse eintragen. Alle ohne Kratzer treffen auf andere ohne Kratzer.
- Runde auslosen, sobald alle Spiele gewertet sind. Die Paarungen stehen sofort fest.
- Wer das Limit erreicht, ist raus, bleibt aber in der Rangfolge: später Ausgeschiedene stehen weiter vorn.
- Das Turnier endet, wenn einer übrig ist. Das Finale spielen die letzten beiden.
Weil jede Runde erst beginnt, wenn die vorige beendet ist, bremst das langsamste Spiel alle. Das ist der größte Nachteil gegenüber einem Baum mit festen Ästen.
Wann passt ein Kratzerturnier?
- Wenn die Teilnehmerzahl unklar ist: Das Kratzerturnier braucht keine Zweierpotenz und keine Freilose im Baum.
- Wenn jeder mehr als ein Spiel bekommen soll, aber Gruppen zu lang wären.
- Wenn eher gesellig als streng gespielt wird, etwa bei Kneipenturnieren.
Wie lange es dauert, schätzt der Dauer-Rechner. Das Kratzerturnier findet sich dort unter „Kratzer“. Die Zahl der Runden hängt vom Verlauf ab und wird deshalb nur grob geschätzt.
Weiterlesen
- Turniermodi im ÜberblickWelcher Modus passt zu wie vielen Spielern und wie viel Zeit? Vergleich nach Spielanzahl.
- Dauer-RechnerWie lange dauert das Turnier? Modus, Teilnehmer und Boards eingeben, grobe Dauer ablesen.
- E-Dart-Turnier ausrichtenWie richtet man ein E-Dart-Turnier aus? Automaten, Bezahlung und Bestleistungen im Blick.
