9darts

KO-System, Freilose und Setzliste

Wer verliert, scheidet aus. Das ist der schnellste Modus für ein Dartturnier. Hier steht, wie der Baum aufgebaut ist, was ein Freilos bedeutet und wie die Setzliste die Besten auseinanderhält.

So funktioniert das KO-System

Alle Teilnehmer spielen in der ersten Runde paarweise gegeneinander. Der Sieger kommt weiter, der Verlierer scheidet aus. Die Sieger werden in der nächsten Runde wieder gepaart, bis im Finale zwei Spieler übrig sind.

Jedes Spiel schickt genau einen Teilnehmer nach Hause. Bei n Teilnehmern gibt es deshalb immer n − 1 Spiele, egal wie die Paarungen aussehen: 16 Teilnehmer ergeben 15 Spiele, 11 Teilnehmer ergeben 10 Spiele.

Beispiel: 6 Teilnehmer, aufgefüllt auf 8 Plätze. Die Gesetzten Nr. 1 und Nr. 2 rücken mit einem Freilos ohne Spiel ins Halbfinale vor.

Baumgröße und Runden

Der Baum halbiert sich in jeder Runde und braucht deshalb eine Zweierpotenz an Plätzen: 4, 8, 16, 32 oder 64. Bei anderen Teilnehmerzahlen wird auf die nächste Zweierpotenz aufgefüllt. Die leeren Plätze sind die Freilose.

Baumgröße, Freilose, Runden und Spiele nach Teilnehmerzahl
TeilnehmerPlätze im BaumFreiloseRundenSpiele
3 bis 440 bis 122 bis 3
5 bis 880 bis 334 bis 7
9 bis 16160 bis 748 bis 15
17 bis 32320 bis 15516 bis 31
33 bis 64640 bis 31632 bis 63

Die Runden tragen ab dem Ende feste Namen: Finale, davor Halbfinale, davor Viertelfinale, bei 16 Plätzen ist die erste Runde das Achtelfinale.

Freilose

Ein Freilos steht dort, wo ein Platz im Baum unbesetzt bleibt. Wer ein Freilos hat, spielt in der ersten Runde nicht und rückt kampflos in die zweite Runde vor. Er hat also keinen Sieg eingetragen bekommen, sondern einfach ein Spiel weniger.

Wer bekommt ein Freilos?

Üblich ist, die Freilose an die am höchsten gesetzten Teilnehmer zu geben. So bekommen die Besten keinen Nachteil durch eine ungünstige Auslosung. Zwei Freilose treffen nie aufeinander, sonst gäbe es ein Spiel ohne Spieler.

Rechenbeispiel: 11 Teilnehmer

  • 11 Teilnehmer brauchen einen Baum mit 16 Plätzen: 16 − 11 = 5 Freilose.
  • Die Nummern 1 bis 5 der Setzliste haben ein Freilos und sparen sich die erste Runde.
  • In der ersten Runde (Achtelfinale) finden nur 3 Spiele statt, mit den übrigen 6 Teilnehmern.
  • Danach geht es mit 8 Spielern im Viertelfinale weiter, insgesamt 10 Spiele.

Am Turnierabend entsteht dadurch ein Vorteil: Die erste Runde ist kurz, die Boards sind schnell wieder frei.

Setzliste

Die Setzliste ordnet die Teilnehmer nach Stärke, etwa nach der Platzierung im letzten Turnier oder der Rangliste im Verein. Der Baum verteilt die Nummern so, dass die Stärksten möglichst spät aufeinandertreffen:

  • Nr. 1 spielt in der ersten Runde gegen den Schwächsten der Liste, Nr. 2 gegen den Vorletzten und so weiter.
  • Nr. 1 und Nr. 2 liegen in verschiedenen Baumhälften und können sich frühestens im Finale treffen.
  • Die Nummern 1 bis 4 treffen sich frühestens im Halbfinale.

Gesetzt wird nur, was sich begründen lässt. Ohne verlässliche Reihenfolge ist es besser, gar nicht zu setzen und alle Plätze auszulosen. Gesetzte und ungesetzte Teilnehmer lassen sich mischen: Zuerst kommen die Gesetzten an ihre Plätze, die übrigen Plätze werden ausgelost.

Auslosung

Bei der Auslosung ziehen alle zugleich oder nacheinander ihren Platz im Baum. Wichtig ist, dass sie für alle nachvollziehbar bleibt. Das geht per Los vor den Anwesenden oder mit einem Computerlos, dessen Ergebnis jeder nachprüfen kann.

Ausgelost wird nur, wer eingecheckt ist. Wer nach der Auslosung kommt, fehlt im Baum. Deshalb gehört die Check-in-Zeit in die Ausschreibung. In 9darts wird die Auslosung mit einem gespeicherten Startwert erzeugt und lässt sich dadurch jederzeit wiederholen und prüfen.

Spiel um Platz 3

Ohne weiteres Spiel gibt es zwei Dritte: die beiden Verlierer der Halbfinals. Das ist üblich und für viele Turniere ausreichend. Soll der dritte Platz eindeutig sein, spielen die beiden Verlierer des Halbfinals ein Spiel um Platz 3. Es kostet ein Spiel zusätzlich und kann parallel zum Finale an einem anderen Board laufen.

Wann ein anderer Modus besser passt

Das KO-System ist schnell, aber unbarmherzig: Wer in der ersten Runde auf einen Gesetzten trifft, hat nur ein Spiel gehabt und fährt nach Hause. Bei Turnieren, bei denen jeder mehrere Spiele bekommen soll, sind andere Modi die bessere Wahl:

  • Gruppenphase mit KO-Runde: erst spielt jeder mehrere Spiele in der Gruppe, danach geht es im Baum weiter.
  • Trostrunde: Die Verlierer der ersten Runde spielen untereinander einen zweiten, kleineren Baum.
  • Doppel-KO: Raus ist erst, wer zweimal verloren hat.

Einen Überblick mit Spielanzahlen bietet die Seite Turniermodi im Überblick.

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